Impressionen des nackten Affen und seiner infantilen Zivilisation auf ihrem Weg zu den Sternen (mit einem Umweg über die Apokalypse). Denn in 200 Jahren werden Menschen auf uns zurückblicken und feststellen, dass wir korrupte, heuchelnde, verlogene und geldgeile Trottel waren. Doch es gibt auch Negatives aus unserer Zeit zu berichten.
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2025-05-10
2025-05-09
2025-01-11
Frieden
Sowjetische Offizierin und ein amerikanischer Armee-Journalist.
Fotografiert von Lee Miller,
in Torgau, Deutschland, April 1945
2023-07-24
Der Dieb im Tempel #12 (Der geheime Podcast)
Juzo Itami: "Tampopo" (1985), Nino Ferrer: "Nino and Radiah" (1974), Curzio Malaparte: "Die Haut" (1950), Jean-Luc Istin et al.: "Das Fünfte Evangelium" (2009-2015)
In dieser Podcast-Episode geht es vor allem um Nudeln, und damit um den legendären Kult-Film "Tampopo" von Juzo Itami.
Die Musikbesprechung beschäftigt sich mit dem außerordentlich charmanten Album "Nino and Radiah" von Nino Ferrer.
Und wir setzen unsere Betrachtung von Curzio Malaparte fort, und dessen wortgewaltigem Kriegsfresko - diesmal mit dem ebenfalls autobiographischen Roman "Die Haut".
Und dann begeben wir uns nach Palästina, im 12. Jahrhundert, in den Tagen von König Balduin und vom Feldherren Saladin, wo sich ein nachdenklicher Ritter auf die Spur eines Serienmörders begibt.
2008-08-08
Die Demokratie und ihre Zuhälter.
Der Siegeszug der Demokratie wird heute nicht beginnen. Denn die Demokratie trägt ihren gewohnten Halsband und ein glitzerndes Paillettenkleid ohne Unterwäsche. Ihr Gesicht ist verheult, die Knie aufgeschlagen und die Schminke verschmiert. Sie wird schluchzend durch die Metropolen dieser Welt getrieben, um Freier mit den größten Brieftasche zu finden. In dunklen Gassen kannst du sie manchmal auf ihren brennenden Knien sehen, bei unzüchtigen Handlungen mit alten Männern in Anzügen.
Daran wird auch die Eröffnung der Olympischen Spiele in Beijing, die in diesen Minuten stattfindet, nichts ändern. Eine Million Zeitungsartikel später. Eintausend Bezichtigungen des Dalai Lama, ein Separatist zu sein, später. Einhundert Hinrichtungen später. Nach einem aberwitzigen Fackellauf mit dem Olympischen Feuer, begleitet von einer Schar Bodyguards in sauberen Trainingsanzügen. Und nach dem ganze Viertel in Peking vor dem zornigen und feuchten Blick ihrer Anwohner eingerissen, zerstört und dem Boden gleichgemacht wurden. Um dort olympische Scheußlichkeiten hinzubetonieren. Um bereit zu sein für den ersehnten Medienrummel, der endlich das schiefe Bild Chinas in der Welt gerade biegen soll. Den frischen Wind in ein Jahrhundert schlechten architektonischen Geschmacks made in China bringt nun die Avantgarde, oder zumindest eine naive Interpretation davon. Zwanghaft modern und doch irgendwie kitschig, wie eine Mischung aus Spiderman-Comics und Käpt’n Iglo.
Wird es mehr Demokratie geben, mehr Freiheit, mehr Transparenz geben, wenn die Sportler und die Journalisten wieder abgezogen sind?
Als die Olympischen Spiele 1936 nach Berlin gingen, mag es solche Hoffnungen auch gegeben haben. Gerechterweise muss man sagen, dass das IOC bereits 1930 (also 3 Jahre vor dem Sieg der NSDAP) die Kandidatur Deutschlands annahm und ein Jahr später - mehr durch einen Mangel an Gegenkandidaten, als aus Begeisterung - dem Austragungsort Berlin zustimmte. Hätten sie nur geahnt, was sie da tun. Denn fünf Jahre später erstarrte beim Blick auf Berlin jedes Lächeln. Und die Nazis versäumten in der Tat keine Gelegenheit, um die Spiele als Podium für ihre Größe und Selbstherrlichkeit zu benutzen. Mit dem für das Dritte Reich so typischen Rückgrat ließen die Bonzen antisemitische Parolen aus der Stadt entfernen und auch die Pogrome wurden eingestellt. Für die Dauer der Spiele. Wie in einem teuflischen Zeichentrickfilm wurden nach der Verabschiedung der letzten Medienleute die Schlagstöcke wieder hervorgeholt und das Inferno nahm seinen gewohnten Lauf. Übrig bleib ein epischer Riefenstahl-Film, für den die talentierte und doch so naive Leni auch noch eine Promo-Tour durch die USA machte.
Die Olympischen Spiele 1936 brachten keine Demokratie, keine Freiheit und keine Transparenz nach Deutschland. Die kam erst einen Krieg später, mit der vollständigen Entmachtung und einer zeitweiligen Militärherrschaft der Alliierten.
Die Zukunft wird weisen, wohin die obsessive Kindlichkeit des IOC, neuerdings die Spiele in kontroversen Länder und geplagten Landstriche zu veranstalten, letztendlich führt.
26 Milliarden hat die Bau- und Organisationsorgie der Chinesen gekostet. Im Augenblick werden mit Kanonen Silberjodid-Salven in die verdreckten Smogwolken über der Stadt geschossen, um den Himmel während der Eröffnung schöner zu machen. Über das grundsätzliche Verhältnis der Gastgeber zur Wahrheit und Wirklichkeit ist damit sicherlich alles gesagt.
Es ist doch nur Sport.
Daran wird auch die Eröffnung der Olympischen Spiele in Beijing, die in diesen Minuten stattfindet, nichts ändern. Eine Million Zeitungsartikel später. Eintausend Bezichtigungen des Dalai Lama, ein Separatist zu sein, später. Einhundert Hinrichtungen später. Nach einem aberwitzigen Fackellauf mit dem Olympischen Feuer, begleitet von einer Schar Bodyguards in sauberen Trainingsanzügen. Und nach dem ganze Viertel in Peking vor dem zornigen und feuchten Blick ihrer Anwohner eingerissen, zerstört und dem Boden gleichgemacht wurden. Um dort olympische Scheußlichkeiten hinzubetonieren. Um bereit zu sein für den ersehnten Medienrummel, der endlich das schiefe Bild Chinas in der Welt gerade biegen soll. Den frischen Wind in ein Jahrhundert schlechten architektonischen Geschmacks made in China bringt nun die Avantgarde, oder zumindest eine naive Interpretation davon. Zwanghaft modern und doch irgendwie kitschig, wie eine Mischung aus Spiderman-Comics und Käpt’n Iglo.
Wird es mehr Demokratie geben, mehr Freiheit, mehr Transparenz geben, wenn die Sportler und die Journalisten wieder abgezogen sind?
Als die Olympischen Spiele 1936 nach Berlin gingen, mag es solche Hoffnungen auch gegeben haben. Gerechterweise muss man sagen, dass das IOC bereits 1930 (also 3 Jahre vor dem Sieg der NSDAP) die Kandidatur Deutschlands annahm und ein Jahr später - mehr durch einen Mangel an Gegenkandidaten, als aus Begeisterung - dem Austragungsort Berlin zustimmte. Hätten sie nur geahnt, was sie da tun. Denn fünf Jahre später erstarrte beim Blick auf Berlin jedes Lächeln. Und die Nazis versäumten in der Tat keine Gelegenheit, um die Spiele als Podium für ihre Größe und Selbstherrlichkeit zu benutzen. Mit dem für das Dritte Reich so typischen Rückgrat ließen die Bonzen antisemitische Parolen aus der Stadt entfernen und auch die Pogrome wurden eingestellt. Für die Dauer der Spiele. Wie in einem teuflischen Zeichentrickfilm wurden nach der Verabschiedung der letzten Medienleute die Schlagstöcke wieder hervorgeholt und das Inferno nahm seinen gewohnten Lauf. Übrig bleib ein epischer Riefenstahl-Film, für den die talentierte und doch so naive Leni auch noch eine Promo-Tour durch die USA machte.
Die Olympischen Spiele 1936 brachten keine Demokratie, keine Freiheit und keine Transparenz nach Deutschland. Die kam erst einen Krieg später, mit der vollständigen Entmachtung und einer zeitweiligen Militärherrschaft der Alliierten.
Die Zukunft wird weisen, wohin die obsessive Kindlichkeit des IOC, neuerdings die Spiele in kontroversen Länder und geplagten Landstriche zu veranstalten, letztendlich führt.
26 Milliarden hat die Bau- und Organisationsorgie der Chinesen gekostet. Im Augenblick werden mit Kanonen Silberjodid-Salven in die verdreckten Smogwolken über der Stadt geschossen, um den Himmel während der Eröffnung schöner zu machen. Über das grundsätzliche Verhältnis der Gastgeber zur Wahrheit und Wirklichkeit ist damit sicherlich alles gesagt.
Es ist doch nur Sport.
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