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2023-07-13

Der Dieb im Tempel #9 (Der geheime Podcast)

 

 

Billy Wilder: "The Private Life Of Sherlock Holmes", ein Vortrag über Eskapismus und ein Rant über Online-Trolle


In dieser Podcast-Episode geht es wieder um einen Film - diesmal steht Billy Wilders "The Private Life Of Sherlock Holmes" im Mittelpunkt der Betrachtung.
 
Weiter rezitiere ich einen Vortrag über Eskapismus, mit dem Titel "Fantasy als Zufluchtsort im Zeitalter des Wahnsinns", den ich 2017 in Berlin gehalten hatte. 
 
Und im Finale verselbstständigt sich die Podcast-Episode in einen Rant über Social Media und die ewigen Trolle.

2022-09-05

Leichenschändung - Das schurkische Amazon und seine schäbige Serie


(Montypythoneske Einleitung)

​​"Ringe der Macht" ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und sollte vor öffentlichen Schauprozessen verhandelt werden. Die Rückkehr der Guillotinen ist mir dabei in den Sinn gekommen. Doch das nur am Rande.

(Misanthropische Analogie)
Der deutlich subversivere Gedanke hat mehr mit dem gewohnten Echo zu tun - das übliche "Ach, so schlimm ist es nicht", oder "War doch ganz OK". Plötzlich wird begreiflich, weshalb es möglich ist, den Leuten mittels Massenhypnose einen bizarren Krieg im Osten zu verkaufen. Und wer das für viel zu hyperbolisch hält, sollte sich vor Augen führen, dass Amazon wegen "Rings Of Power" die jährlichen Prime-Gebühren angehoben hat. Das ist der neoliberlae Herbst 2022 - überteuerte Energiekosten und "Ringe der Macht" zum Warmhalten. Das "Milgram-Experiment" lässt grüßen. Und Jeff - aus dem Weltraum.

​(Doch Spaß beiseite)
​Natürlich kann man die Serie mögen. Das sei einem unbenommen. Es gibt Leute, die Andreas Gabalier großartig finden. Auch mit jenen muss ich mir theoretisch die Wahlkabine teilen. Doch niemand, der die Serie "gut" oder "OK" findet, sollte sich Tolkien-Fan nennen, denn dieser Widerspruch ist mit den Mitteln des Intellekts nicht aufzulösen. Diese Serie ist so grotesk schlecht und in ihrer Umsetzung so maßlos dilettantisch, dass ich ein Bedürfnis verspüre, mich bei Peter Jackson zu entschuldigen - für all die unflätigen Bemerkungen bezüglich der Hobbit-Trilogie.

​Diese Streaming-Serie hat ein operatives Budget von einer halben Milliarde (was inklusive Overhead de facto auf 1 Milliarde [!] hinausläuft) und kostet pro Episode ungefähr 90 Millionen $. Für dieses Geld wird ein hirnloser Brei abgeliefert, der Reaktionen erzeugt, die zwischen blankem Hass (wie in meinem Fall) und einem lauwarmen "Ja, ist ganz nett" oszillieren.

Und dies macht deutlich, wie nahe sich der Homo Oeconomicus Cretinus am zivilisatorischen Abgrund befindet und wie sehr wir jeglichen Zugang zum Grandiosen verloren haben. Natürlich hätten diese Stümper ihre eigene dumme Geschichte schreiben und verfilmen können. Aber die Showrunner wissen genau, dass dieser Mist nichts wert ist und den Überbau eines großen Namens braucht, den man schamlos ausschlachten kann. So wie sie Star Wars, Star Trek und vieles mehr vergewaltigt haben.

Die WOKE-Schwachmaten in Hollywood sind keine guten Autoren. Ihre Drehbücher sind wirre, infantile Scheiße. Aber sie lieben es horrende Geldbeträge zu kassieren und aus ihren Elfenbeintürmen dem Rest der Welt mit dem Zeigefinger vor dem Gesicht zu fechten. Vorzugsweise via Twitter. Und das System Tinseltown ist sich gänzlich bewusst, dass die Schöpfungen diese überbezahlten Amateure auf intellektuellen Tonfüßen stehen und auf sich allein gestellt sogleich in sich kollabieren würden. Also müssen für Millionen Dollar die Rechte beliebter Formate des 20. Jahrhunderts lizensiert werden, um sie dann mit der eigenen mentalen Gastroenteristis zu besudeln.

Und wer dies beanstandet, wird Nazi genannt, oder Frauenhasser. Zwischen einem abstrusen Vaginal-Dogma und einer nicht wirklich zu Ende durchdachten Representationsfilmpolitik sehen wir ein weiteres Symptom für den endgültigen Untergang dieser Zivilisation.

2011-10-17

Zwischen Vampiren und Goblins. Auf der BuCon 2011

Vor meiner Ankunft auf der BuCon 2011 plagte mich am meisten die Frage, wer in aller Welt mich für einen Preis vorschlug, der offensichtlich für jemanden reserviert ist, der sattelfest in der Welt der Vampire, Elfen, Kobolde und - deren modernerer Zeitgenossen: der Zombies ist. Der Idee, nicht zu einer Preisverleihnug zu fahren, weil man den Preis am Ende eh nicht bekommt, wohnt oft ein gefährlicher Irrtum inne und so begab ich mich zusammen mit Anna am Ende doch in die ultimative Geek-Zone. Fazit: Es war eine gute Idee.

Tatsächlich gab es dann auch all das, was man hierbei erwartet: Feen, Vampire und Zombies. Und Vampire. Und noch mehr Vampire. Aber es gab auch Steam Punk. Und hardcore Science Fiction. Und der allgegenwärtige Geist von Wolfgang Jeschke schwebte über all dem.

Und nichts an meinen Worten ist Kritik, Vorwurf oder gar Hohn. Gerade heute brauchen wir Mythologie. Wir brauchen mehr davon. Viel mehr. Ich werde kaum jemals etwas nachhaltiges zum Thema Fantasy beitragen. Das können andere Autorinnen und Autoren viel besser. Viele von ihnen waren auch da. Meine Geschichten drehen sich weiterhin um vertraute Alltags-Themen wie Sex, Drogen und Religion. Und den Tod - die ultimative Fantasy. Doch wie eine vergessene Vorstadt-Karikatur von Philip K. Dick bin ich (wenn schon nicht der passende Leser oder Co-Autor) dennoch ein großer Fan und Befürworter dieser grenzübergreifenden und grenzüberschreitenden literarischen Sphäre. Lektionen in geistiger Offenheit und Toleranz gefällig? Fahrt einfach auf die BuCon.

Außerdem klang von allen Nominierten mein Name einem berühmten Captain am ähnlichsten. Macht das mal nach.

Am Ende ging der Preis verdienterweise an Gesa Schwartz, die mit ihrer Dankesrede alle verzauberte und in ihren Bann zog. Wer weiß, ob das Publikum nicht Teer und Federn hervorgeholt hätte, wenn es anders ausgegangen wäre? Ich hatte nochmal Glück.

Ich habe wahrhaftig keinen Grund unzufrieden sein. Da es hierzulande nur einen solchen Preis für Phantasik gibt, die Debütanten zahlreich waren und nur fünf in die engere Auswahl kamen, habe ich natürlich vor, meinen vierten Platz auf jede nur erdenkliche schamlose und der Social Media eigene Art und Weise auszuschlachten. Hier komme ich also, der viertbeste Debütant 2011 im Bereich Phantastik-SciFi-Fantasy! Isaac, Arthur, Philip und J.R.R. - ich hoffe, ihr seht zu, irgendwo aus einer transversalen Paralleldimension heraus, die wir mangels Ahnung als das Jenseits bezeichnen! Pickar out.