Unterhält man sich mit Anhängern einer – nennen wie es mal – „robusten
Außen- und Sicherheitspolitik“, denn den Begriff „Kriegspolitik“ würden
die Angesprochenen brüsk von sich weisen, stößt man auf immer die
gleichen Argumentationsbilder: Wir verteidigen unsere Werte! Wir stehen
für Demokratie und Freiheit! Und wir sind bereit, diese Werte zu
verteidigen – zur Not auch vorwärts. Wir sind schließlich die Guten,
unsere Motive sind ehrenhaft. Das mögen diese Menschen so sehen. Ihre
Ahnen sahen es genauso. Tauscht man ein paar Begriffe aus, stößt man auf
den immergleichen, universellen Selbstbetrug. Ein Essay von Jens Berger.