2021-03-27

Fuck you, Norway!

Wie sie mich alle langweilen, mit ihrem psychotischem Geschwätz über die "freie Marktwirtschaft" und wie der "Markt alles regelt". Zu oft erweist sich dies als eine Straße, an deren Ende sich Abscheulichkeiten abspielen, die der Homo oeconomicus cretinus dann allzu gerne unter den Teppich kehrt.

Norwegen macht sich hier zu einem peinlichen Speichellecker der Japaner, die gegenwärtig bereit sind, horrende Preise für Güter zu zahlen, für die in ihrem eigenen Land kaum Nachfrage besteht. Insbesondere nicht bei jungen Leuten, die wirklich kein Interesse an Walfleisch haben.

Hier ist findet also ein Vorgang statt, der wirtschaftlich absolut keine Relevanz hat, jedoch auf Kosten der Wale vorangetrieben wird. Der moderne Mensch sollte keine Wale töten. Punkt. Dies ist eine human-philosophische Angelegenheit, die als ethischer Imperativ in dieselbe Kategorie fällt, wie unsere Bereitschaft darauf zu verzichten, nach einer gewonnenen Schlacht sämtliche Frauen im Ort zu vergewaltigen. Etwas, womit Japan ebenso stets seine Mühen hatte.

In einem Zeitalter, in dem wir als Zivilisation zwinged voranschreiten müssen, uns bessern müssen - in unseren Entscheidungen, in unseren Handlungen und in unserer Haltung, um zu überleben und unseren Nachkommen eine Zukunft zu bieten, die lebenswert ist --- in einer solchen Phase unserer Existenz hat dieser dümmliche Nonsense keinen Platz mehr. Und schon gar nicht, wenn hierbei die einzige Rechtfertigung darin besteht, die Spielräume des "freien Marktes" herauszubeschwören, als ob dies eine echte Bedeutung hätte.

Darum gibt es hier nicht einmal eine Diskussionsgrundlage. Nur ein: Fuck you, Norway!

https://www.geo.de/natur/tierwelt/fischerei-norwegen-startet-walfangsaison---und-tierschuetzer-protestieren-30452464.html

2017-06-08

My beef with "Beef!"

Unlängst in der Schaufensterauslage auf dem Bahnhof zu Nürnberg gesehen. Betuchten-Schmonzette "Beef!" zeigt sich erwartungsgemäß von der ganz bizarren Seite und demonstriert die starren Denkstrukturen ihrer Herausgeber und Leser.

So wartet die Titelseite mit dem Foto eines Rippenkoteletts, das unweigerlich an die plastinierten "Körperwelten" des Anatoms Gunter von Hagen denken lässt. Das allein würde mich sicher nicht "triggern", denn ich lasse den Fleischessern ihren Fetisch. Doch dann ist da noch die Copy aus der Hölle, vermutlich verfasst von einem zugekoksten PR-ler, in später Nacht am Computer, zwischen zwei Runden Masturbation zu asiatischer Pornographie. Denn über dem Bild heisst es "Das beste hat Gott schon immer aus den Rippen erschaffen."
 
Einige werden es an dieser Stelle ohnehin erraten haben, aber gemäß den Umfragen gilt die "Beef!" als eine reine Männerzeitschrift - mit einer männlichen Leserbeteiligung von über 80%. Das ist sozusagen die "Penthouse" für den Magen.

Darum haben hier die Texter gekonnt die drei Lieblings-Markenkerne des deutschen Piefkes in nur einem Satz vereint: Gott, Weiber und Fleisch. Vermutlich in beliebig austauschbarer Reihenfolge. Es soll auch ein wenig feministisch riechen - so nach dem Motto: "Wir haben ja das 'Beste' gesagt." Doch eine Verdinglichung bleibt eine Verdinglichung, egal wie viel Lippenstift man hastig draufschmiert.

Denn Frauen sind weder Derivate aus Adams Brustkasten, noch sind sie das "Beste" gleich neben dem Kotelett. Wann hört denn der Quatsch eigentlich auf?



Richtig absurd wird es dann in dem Spread. Und damit ist nicht der pornographische "Spread" gemeint, sonder der "Two-page spread".

Dort tönen die Texterprofis gleich mal mit der Überschrift "Inder statt Tinder". Für all jene Millennials, die zu jung sind, um dabei gewesen zu sein - diese Schlagzeile ist eine Anspielung auf den CDU-Politiker Jürgen Rüttgers, der bei der NRW-Landtagswahl von 2000 den Slogan "Kinder statt Inder" unters Volk brachte - als Reaktion auf die damalige Greencard-Initiative der rotgrünen Regierung.




Der Spruch war schon damals scheiße, doch durch die kalauerhafte Aufarbeitung von Beef! wird es noch eine Spur geschmackloser.

Amüsantes Detail - als Hintergrundmotiv zum indischen Curry (Originalität ist halt voll ätzend, ne!) hatte man sich für ein Filmbild mit dem indischen Superstar Shah Rukh Khan entschieden. Weil es nie genug Klischees sein können. Ob der indische Leinwand-Gott da so begeistert wäre, sei dahingestellt. Er selbst ist ein Moslem und würde damit mit einer Fleisch-Zeitschrift namens "Rind!" klarkommen. Doch seine Frau ist Hindu und stünde dem vermutlich mit größerer Skepsis gegenüber.

Ich weiß nicht, ob das an dieser Stelle hinreichend durchgeklungen ist, aber das ist eindeutig keine Zeitschrift für mich. Ich würde sogar noch etwas weiter gehen und fordern, dass alle Frauen, deren Ehemänner die "Beef!" lesen, für mindestens sechs Monate den Sex verweigern. Nimmt euch lieber einen vegetarischen Liebhaber. Aber den habt ihr vermutlich schon. Deswegen liest der Mann ja die "Beef!". Das moderne Dasein ist ein ständiger Teufelskreis.

2013-10-06

Black marigolds and a silence...

"And sometimes we look to the end
of the tale that there should be
marriage-feasts, and find only, as
it were, black marigolds and a silence."

-- Azeddin el Mocadecci

 


 

2013-04-16

Munich Real - Episode 01 - Wer sind Hacker?

Sie tauchen in unzähligen Action-Filmen auf, wo sie entweder die Erde retten oder (beinahe) zerstören. Auch in der wirklichen Welt polarisieren die Hacker: verschrien als Cyberterroristen, sehen sich die meisten eher als Befreier des Netzes, oder... lassen sich ihre Fähigkeiten fürstlich bezahlen. In dieser Debut-Episode begegnen wir Andi aka Wintamute und versuchen eine Stunde lang dem Phänomen Hacker auf die Spur zu kommen.


2013-03-22

Hazrat Inayat Khan (1882 - 1927)

"Ich habe gut und böse gekannt,
Sünde und Tugend, Recht und Unrecht;
ich habe gerichtet und bin gerichtet worden;
ich bin durch Geburt und Tod gegangen,
Freude und Leid, Himmel und Hölle;
und am Ende erkannte ich,
dass ich in allem bin und alles ist in mir."

- Hazrat Inayat Khan (1882 - 1927)