Sam Peckinpah: "The Osterman Weekend", Frank Zappa: "Shut Up'n Play Yer Guitar", Daniel Clowes: "Ghost World"
Impressionen des nackten Affen und seiner infantilen Zivilisation auf ihrem Weg zu den Sternen (mit einem Umweg über die Apokalypse). Denn in 200 Jahren werden Menschen auf uns zurückblicken und feststellen, dass wir korrupte, heuchelnde, verlogene und geldgeile Trottel waren. Doch es gibt auch Negatives aus unserer Zeit zu berichten.
Sam Peckinpah: "The Osterman Weekend", Frank Zappa: "Shut Up'n Play Yer Guitar", Daniel Clowes: "Ghost World"
Billy Wilder: "Five Graves To Cairo" / Embryo / Greg Rucka & Steve Lieber: "Whiteout 2" / warum ich genug von Star Trek habe
Ein Foto von Michael Rougier, erschienen 1964 in einem Artikel im “Time & Life“-Magazin über die rebellische Jugend im Japan der 60er Jahre.
Der Bild-Untertitel lautete damals:
“Kako, languid from sleeping pills she takes, is lost in a world of her own in a jazz shop in Tokyo.“
Romain Rolland (1915)
Wer sich (wie ich) für die Geschichte von Byzanz begeistern kann, dem muss unbedingt den wunderbaren Podcast "Anno Mundi" ans Herz legen.
https://www.podcast.de/podcast/914951/anno-mundi-von-byzantinern-und-griechen
Sara Forestier
"Le Nom des gens"
Réalisation: Michel Leclerc (2010)
Taking "fuck the fascists" to the new level.
Großbritannien ist nun schon seit fast einem halben Jahrhundert die Hochburg des Neoliberalismus. Doch die Geschichte zeigt, dass es in einer Gesellschaft unmöglich ist, den Neoliberalismus ohne die Hilfe von Faschisten zu etablieren.
Am Tag eins mag dies verdeckt stattfinden, doch Jahrzehnte später sieht die Sache anders aus. Mit den verstrichenen Jahren wird der Faschismus in einem neoliberalen Staat zunehmend enthüllt. Weil sich niemand mehr die Mühe macht, der notorisch abgelenkten Bevölkerung noch etwas vorzumachen.
Ich wäre nicht überrascht, wenn dieses Phänomen Hand in Hand mit dem Anstieg aufregender TV-Serien auf Netflix, Amazon, etc. einhergeht, die alle rein zufällig die großartige Arbeit der Geheimdienste glorifizieren.
Im Kreuzfeuer der Sofa-Krieger -
Richard David Precht, Harald Welzer, Richard Schuberth
ZITAT: "Am heutigen Mittwoch wurden die Antifaschisten Lina E. und drei weitere Angeklagte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Den Angeklagten wird vorgeworfen, im Zeitraum von 2018 bis 2021 mehrfach Neonazis angegriffen zu haben. Sie sollen zudem einer „kriminellen Vereinigung“ nach Paragraf 129 StGB angehören. Lina E. wurde zu fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Die weiteren Angeklagten erhielten Haftstrafen von zweieinhalb Jahren, drei Jahren sowie drei Jahren und drei Monaten."
Das Abrutschen einer Nation in den Faschismus wird häufig von jenen übersehen, die davon betroffen sind. Das mag daran liegen, dass unter all dem Zuckerguss der Freiheit, der von der Kultur und dem Alltagskommerz über der Befindlichkeit einer Bevölkerung gestreut wird, sich eine unterschwellige Lust am Autoritären verbirgt. Es ist ein perverses Bedürfnis, Bestrafungen beizuwohnen und sich dadurch besser zu fühlen. Es ist der eklige Unterbauch von Herr und Frau Normalverbraucher.
Diese Geisteshaltung ist gepaart mit der ewigen Annahme, dass die Schikane immer für die Anderen gedacht ist. Es ist kein exklusives Lebensgefühl der Deutschen. Man muss sich nur ansehen, welche geradezu erotische Lust weite Teile der amerikanischen Bevölkerung nun mit der Vorstellung verbindet, über private Meinungs-Generatoren wie Twitter und Facebook endlich wieder kräftig zu zensieren. Es endlich mal jenen, die ihr dummes Lügenmaul aufreißen zu zeigen.
Und wie viele Jahre musste man ständig lesen, wie sehr es den kleinen Spießer freute, dass dieser Assange, der doch angeblich so ein arschiger Typ sei, endlich mal eingebuchtet wurde. Diese Charakterschwächen des alltäglichen Schwätzers versickerten im Laufe der Zeit zu einem verkniffenen Schweigen, als zunehmend Menschen rund um den Planeten ihre Solidarität mit Julian Assange bekundeten. Denn der bürgerliche, mittelständische Wochenend-Nazi mit dem Daumen auf der Fernbedienung ist nur dann vorlaut, wenn er sich in der Mitte einer großen Menschenmasse wähnt. Beginnt der Popanz jedoch an den Rand des Meinungsspektrums abzurutschen, ist es mit den derangierten Äußerungen schnell vorbei. Der Knochen wird fallen gelassen und man verbeisst sich lieber in einen anderen. Diese Denkstrukturen im Schutze von Parteien auszuleben, die vor Jahrzehnten den Ruf besaßen "links" zu sein, fühlt sich dann besonders sicher an.
Es ist der Stoff, aus dem Illusionen gewoben sind. Es ist die Absage an Ursachen und die Zuwendung zu einem ziellosen Herumdoktern an den Symptomen einer Gesellschaft.
In Deutschland ist dieses reaktionäre Gefühl mit einer beispiellosen Passivität gepaart. Eine Schicksalsergebenheit, die sich von jeglichem Anteil an den Geschicken des eigenen Landes lossagt. Denn eine Zeitung der Springer-Presse zu lesen, ist keine aktive Teilnahme an der Gesellschaft. Es gleicht lediglich dem orientierungslosen Murmeln eines hypnotisierten Menschen.
In Richtung der Regierung Scholz zu blicken und tatsächlich noch immer zu denken: "Die werden es schon richten. Eigentlich machen sie doch einen guten Job." grenzt an kollektiver Geisteskrankheit.
Der seit Jahrzehnten schwelende Verdacht, dass der deutsche Verwaltungsapparat massive Flecken auf der Netzhaut hat, wenn es um Nazis und Rechtsradikale geht, während er eine geradezu amerikanoide Obsession für das Ausmerzen alles Linken zu kultivieren versucht, wird irgendwann ersticken.
Das große neoliberale Werk wird dann vollbracht sein.
Denn ist es nicht so, dass stets dann, wenn bei neoliberalen Machenschaften jemand einen Scheinwerfer auf das Geschehen richtet, in der Ecke des Raums ein Nazi mit einem Geldsack in den Händen für einen Bruchteil der Sekunden erkannt werden kann?
https://www.unsere-zeit.de/mehrjaehrige-haftstrafen-im-antifa-ost-verfahren-4780767/
Ich habe mir wieder einen Film angeschaut. Heute geht es um "Silence" von Martin Scorsese aus dem Jahr 2016 und einige Betrachtungen über die Unvereinbarkeit von Christentum und Japan.
August Sander: "Zirkusmenschen" (1926)
Ich weiß nicht, ob es Blixa Bargeld war, der mal gesagt hatte, dass alle spannenden Dinge am Rande der Petrischale stattfinden, nicht in deren Mitte, wo sich die Amöben zu dicht zusammendrängen, um noch freie Bewegung zu gestatten.
Deshalb finden sich am Rande der Gesellschaft häufig die interessanteren Menschen.
Dieses Podcast-Thema ist wie Kerosin, gegossen in das Feuer meiner eigenen Misanthropie. Es wird nur um eins gehen: Die 5 Grundsätze der menschlichen Dummheit des Carlo M. Cipolla.
Eine Besprechung des philosopisch-satirischen Büchleins "Allegro Ma Non Troppo" (1988), fortgesetzt mit einer anschließenden Aporie über Platons "Politeia".
Es geht darum, wie eine geistig klare Gesellschaft mit ihren Dummköpfen verfahren sollte, anstelle sie - wie wir es tun - unentwegt zu beschützen, zu befördern und zu belohnen. Dies ist ein Podcast am Abgrund.
"Home is where the heart is. On the bus."
Das ist etwas schwer zu verstehen (oder zu erklären), doch die zusätzliche Kontextualisierung besteht in einer temporären Brücke, die ich zwischen "The Big Lebowski" und "Joe's Garage" geschlagen habe. Der Rest liegt an dir.
YOU PROMISED ME MARS COLONIES.
INSTEAD, I GOT FACEBOOK. (Buzz Aldrin)
Für mich eines der besten Zitate der Neuzeit. Und gute Zitate sind rar geworden. Insbesondere, wenn sie echt sein sollen.
In dieser Podcast-Episode geht es um Kriminalfälle. Zuerst mit dem Klassiker "Bullitt" (1968)
von Peter Yates, mit einem besonderen Blick auf den dazugehörigen Soundtrack von Lalo Schifrin.
Und dann geht es um den großartigen
Comic "Whiteout" von Greg Rucka & Steve Lieber aus dem Jahr 1998. Carrie Stetko ist eine meiner Lieblingsfiguren aus dem Comics-Universum. Sicherlich die Lieblingsfrau.
Hierbei komme ich nicht daran vorbei, über die übermäßig hollywoodeske Verfilmung mit Kate Beckinsale zu sprechen, und das damit zusammenhängende Problem eines mutlosen Castings.
In der zweiten Episode meines obskuren Podcasts (bitte nicht anhören!) geht es um zwei Arten von Reisen.
Der erste Abschnitt ist dem Globetrotter-Pionier Richard Halliburton gewidmet, dessen progressiver Reisestil und altmodische Art zu denken eine ungewöhnliche Mischung hervorbrachten, die sich in seinen kurzweiligen Büchern niederschlug.
In der zweiten Hälfte der Sendung lese ich einen (an Gonzo-Journalismus angrenzenden) Essay von Darcy Ribeiro über dessen Leben im brasilianischen Urwald (erschienen im Herbst 1988,
in "Lettre International").
Etwas an YouTube fühlt sich für mich zunehmend dumpf und hyper-kommerzialisert an. Mehr und mehr fühle ich mich dort (um die Strugatzkis zu paraphrasieren) wie ein Käfer im Ameisenhaufen. Und dazu kommt, dass ich ein Querulant bin. Ich versuche jeglichem Erfolg zu entkommen, weil Erfolg bedeutet, dass ich mich mit Menschen auseinandersetzen muss, was ich - so lange ich denken kann - stets als äußerst abscheulich empfunden habe.
Eine ungünstige Prädisposition, angesichts dessen, dass ich zugleich stets auch von dem Drang beseelt bin, etwas zu schreiben und zu präsentieren. Ein Widerspruch, den ich nicht so recht auflösen kannn.
Doch zumindest für eine Weile habe ich einen erträglichen Kanal für dieses Problem gefunden. Ein heimlicher, vor den Augen der Welt verborgener Podcast, der vermutlich kaum mehr als 10 Zuhörer hat - und bei einer Medien-Plattform online gestellt wird, die nicht einmal vernüftige Statistiken hinkriegt, so dass ich selbst nie wirklich sagen kann, wer zuhört und wie erfolgreich der Podcast ist.
Das ist eine ungewöhliche Situation, sichtlich unbefriedigen, doch auch seltsam befreiend.
Hinzu kommt, dass Podcast in ihrer Beschaffenheit relativ wenig Gegenstand von "social-media-artigen" Mechanismen, wie Kommentare sind. Klar, die technische Voraussetzung ist da, aber grundsätzlich sieht man selten viele Kommentare unter Podcasts. Und das hat vermutlich mit den medielen Lieferstrukturen eines Podcasts zu tun. Denn die Zuhörer benutzen zumeist Handys als das Medium, nicht selten in Autos. Es gibt sogar ganze digitale Receiver-Systeme für die ganz großen Fans. Aber es ist eben nicht diese Welt, wo jemand sein Auto am Straßenrand anhält, um seinen Kommentar abzugeben.
Mir ist das nicht unangenehm.
Doch zur Sache ... Mein Podcast ist überwiegend dem Eskapismus gewidmet. In einer Welt, die man zunehmend nur an ihrer Widerwärtigkeit messen möchte, gibt es für ein Individuum letztendlich nur drei Pfade: Der Freitod, die Transformation in einen Terroristen, oder kultureller Eskapismus. Alles andere ist nur Blöken und trottlichen Nachaffen von Talking-Points, die in irgendwelchen Talkshows präsentiert werden.
Somit - gilt mein Podcast interessaten künstlerischen Unterhaltungsformen, allesamt gut dazu geeignet, den bleiernen Alltag da draußen für einige Stunden zu vergessen. Die zentralen Medien hierbei sind Filme, Musikalben, Comics, Bücher und der gelegentliche Artikel.
Nicht alles daran mutet eskapistisch an (Eskapismus im Sinne von weißen Stränden und tief hängenden, leise flüsternden tropischen Palmen) - doch auch die Provokation und der geistige Nonkonformismus kann als eskapistisch angesehen. Allein die Tatsache, dass man sich dem Diskurs mit dem Pöbel entzieht, ist bereits eine Form von Eskapismus.
In der erste Episode geht es um Terry Gilliams Film "Fear and Loathing in Las Vegas", basieren auf dem Gonzo-Buch von Hunter S. Thompson. Dabei plaudere ich über den Verlust von Idealen, der am Anbeginn der 70er spürbar war, aber auch faszinierenden Prinzipien des sogenannten Gonzo-Journalismus, der gerade heute ein Gegenkonzept zu dem wirren, psychotischen Geschwafel eines Kriegstreibers wie Sascha Lobo (DER SPIEGEL - niemals lesen) und Konrad Schuller (FAZ - niemals lesen) ist.
Weiter geht um das extrem zauberhafte Album "Malesch" der deutschen Proto-Ambient und Progressive-Rock-Band Agitation Free, welche von ihrer Tour durch den Mittleren Osten inspiriert wurde.
Die restliche Sitzung verbringe ich mit einem Blick auf das legendäre Comic-Buch "Die Südseeballade", der italienischen Künstlers Hugo Pratt. Hierbei geht es mir um den Begriff "Anemoia" - ein neuartiger Ausdruck, der ein ganz spezifisches Gefühl beschreibt. Die Wahrnehmung einer nostalgischen Sehnsucht nach einer Zeit und Welt, die man selbst gar nicht erlebt hat und die möglicherweise nie so erlebbar war.
ZIEL: https://anna-macht-urlaub.de/der-dieb-im-tempel/
Und dies macht deutlich, wie nahe sich der Homo Oeconomicus Cretinus am zivilisatorischen Abgrund befindet und wie sehr wir jeglichen Zugang zum Grandiosen verloren haben. Natürlich hätten diese Stümper ihre eigene dumme Geschichte schreiben und verfilmen können. Aber die Showrunner wissen genau, dass dieser Mist nichts wert ist und den Überbau eines großen Namens braucht, den man schamlos ausschlachten kann. So wie sie Star Wars, Star Trek und vieles mehr vergewaltigt haben.
Die WOKE-Schwachmaten in Hollywood sind keine guten Autoren. Ihre Drehbücher sind wirre, infantile Scheiße. Aber sie lieben es horrende Geldbeträge zu kassieren und aus ihren Elfenbeintürmen dem Rest der Welt mit dem Zeigefinger vor dem Gesicht zu fechten. Vorzugsweise via Twitter. Und das System Tinseltown ist sich gänzlich bewusst, dass die Schöpfungen diese überbezahlten Amateure auf intellektuellen Tonfüßen stehen und auf sich allein gestellt sogleich in sich kollabieren würden. Also müssen für Millionen Dollar die Rechte beliebter Formate des 20. Jahrhunderts lizensiert werden, um sie dann mit der eigenen mentalen Gastroenteristis zu besudeln.
Und wer dies beanstandet, wird Nazi genannt, oder Frauenhasser. Zwischen einem abstrusen Vaginal-Dogma und einer nicht wirklich zu Ende durchdachten Representationsfilmpolitik sehen wir ein weiteres Symptom für den endgültigen Untergang dieser Zivilisation.
Weshalb ich Social Media für eine destruktive Monstrosität halte, die in einer klugen Gesellschaft niemals existieren dürfte
Social Media versteckt sich viel zu lange hinter den selben positiven Argumenten. Es bringe Menschen zusammen und helfe in Not, in dem durch das Medium Missstände öffentlich gemacht werden können. Und ich bin sicher, solche Begründungen kommen bei Mark Zuckerberg wie aus der Pistole geschossen, spricht jemand ihn darauf an. Und bis zu einem gewissen Grad mag dies richtig sein, am Ende ist es dennoch nur dröge Bauchpinselei. Denn die Funktionalität von Social Media, als ein "Instrument für das Gute", ist eine derartige Randerscheinung, dass mir dieses Argument geradezu grotesk erscheint.
Social Media ist eine Maschine, die den Fortschritt hemmt. Und Fortschritt ist immer dann besonders vonnöten, wenn sich eine Zivilisation dem Abgrund nähert und somit ihr geistiges Potential freisetzen muss, um einem Sturz zuvorzukommen. So wie jetzt und heute. Social Media ist ein Hemmschuh dieses Prozesses. Hier wird menschliche Dummheit ungefiltert auf die Welt losgelassen, was wiederum zur Folge hat, dass unglaubliche Ressourcen aus den Reihen der Intelligenzija beansprucht werden, um diese Dummheit zu erwidern. Unzählige Wissenschaftler, Vordenker und Gesellschaftskritiker werden in sinnentleerte Diskussionen verwickelt mit Menschen, die zwar wenig über den besprochenen Gegenstand nachgedacht haben, dafür aber ein riesiges Megaphon und ein vorlautes Maul besitzen. Viele der Geistiggereiften würden vermutlich zu gerne auf solche Begegnungen verzichten und sich lieber auf ihre Fachgebiete beschränken, doch in ihrem Verantwortungssinn fühlen sie sich berufen, in die Debatten (und es ist sichtlich großherzig das tollwütige Gebell als Debatten zu bezeichnen) einzugreifen. Es ist vermutlich ein Impuls, den sie nicht so leicht abstellen können, da die aufgestellten Behauptungen und Bezichtigungen häufig so hanebüchen und bizarr daherkommen, dass auch jene Leute, die eigentlich keine Zeit für diesen Unsinn haben, doch den Fehdehandschuh aufheben. Ein Fehler. Doch ein Fehler, der moralisch begründbar ist.
Früher beschränkte sich dieser Unsinn auf die etablierte Eckkneipe, wo es nach Zigaretten, Bier und Männerschweiß roch. Dort konnte ein entsprechender Dilettant angesoffen seine Parolen und Behauptungen hinausposaunen und erntete dafür entweder einen Applaus, oder ein gönnerhaftes Klopfen auf die Schulter. Hier, Aldder, trink noch einen. Doch heute können sich die Doofsten der Doofen miteinander vernetzen und erfahren etwas, das ihnen die letzten 5000 Jahre aus naheliegenden Gründen versagt haben: sie fühlen sich plötzlich stark und von Macht beseelt.
| Platons Sorge bei der Demokratie war das Abgleiten in eine Diktatur des Pöbels. Dabei lässt sich der Pöbel stets leicht indentifizieren, zum Beispiel anhand der Rechtschreibung. |
| Geniestreich Marke Facebook - Stichwort Gish-Galopp-Argumentation |
| Wie gut, dass Facebook nun frei von weiblichen Brüsten ist. Die Jugend ist sicher! |
| Wenn du dich vor diesem Mann verneigst, bist du zwangsläufig ein Idiot. |
| Pseudo-satirischer Bad-Photoshop-Nonsense. Doch für den postfaktischen Pöbel ausreichend. |
Der Unterschied zwischen einem Blogger vor 20 Jahren und heute, ist eben wieder Unterschied zwischen einem professionellen Jazz-Fusion-Gitarristen und jemandem, der echt gut in "Rock Band" ist. Das Problem offenbart sich, wenn ein "Rock Band"-Gamer tatsächlich zu glauben beginnt, ein Musikinstrument virtuos zu beherrschen. So hält sich auch manch ein Social-Media-Dummschwätzer und Influencer für einen Journalisten oder zumindest für einen gültigen Kommentatoren zeitgenössischer Ereignisse.
Und ich weiß, dass niemand diese Zeilen liest oder lesen wird. Sie interessieren niemanden. Die Leute sind so glücklich mit ihrem Facebook und Twitter, da es ihnen die Zeit in der U-Bahn und im Wartezimmer versüßt. Die effektivste Sucht ist eben jene, die sich hinter alltäglichen Notwendigkeiten verstecken kann.
Meine Entscheidung, Social Media hinwegzufegen und aus meinem Leben zu vertreiben, ist leider eine Entscheidung für die mediale Einsamkeit. Die digitale Stille. Eine Konsequenz, mit der ich leben muss. Doch die Straße der Idioten führt nun nicht mehr unter meinem Fenster vorbei. Dir mag das als ein Regress erscheinen. Ich nenne es Fortschritt.
Doch ich bezweifle, dass du es jemals verstehen wirst. Dafür kitzeln die Mechanismen der Social Media zu sehr die Synapsen des protoreptilischen Bereichs deines Gehirns.
Für mich persönlich ein echtes Dilemma, da ich gleichermaßen ein Fan der Astronomie, wie auch des Klettersports bin.
Es sollte doch eine Lösung geben, die beide Welten zufriedenstellt!
https://www.lacrux.com/klettern/sportklettergebiet-ceuese-droht-die-sperrung/
Wie sie mich alle langweilen, mit ihrem psychotischem Geschwätz über die "freie Marktwirtschaft" und wie der "Markt alles regelt". Zu oft erweist sich dies als eine Straße, an deren Ende sich Abscheulichkeiten abspielen, die der Homo oeconomicus cretinus dann allzu gerne unter den Teppich kehrt.
Norwegen macht sich hier zu einem peinlichen Speichellecker der Japaner, die gegenwärtig bereit sind, horrende Preise für Güter zu zahlen, für die in ihrem eigenen Land kaum Nachfrage besteht. Insbesondere nicht bei jungen Leuten, die wirklich kein Interesse an Walfleisch haben.
Hier ist findet also ein Vorgang statt, der wirtschaftlich absolut keine Relevanz hat, jedoch auf Kosten der Wale vorangetrieben wird. Der moderne Mensch sollte keine Wale töten. Punkt. Dies ist eine human-philosophische Angelegenheit, die als ethischer Imperativ in dieselbe Kategorie fällt, wie unsere Bereitschaft darauf zu verzichten, nach einer gewonnenen Schlacht sämtliche Frauen im Ort zu vergewaltigen. Etwas, womit Japan ebenso stets seine Mühen hatte.
In einem Zeitalter, in dem wir als Zivilisation zwinged voranschreiten müssen, uns bessern müssen - in unseren Entscheidungen, in unseren Handlungen und in unserer Haltung, um zu überleben und unseren Nachkommen eine Zukunft zu bieten, die lebenswert ist --- in einer solchen Phase unserer Existenz hat dieser dümmliche Nonsense keinen Platz mehr. Und schon gar nicht, wenn hierbei die einzige Rechtfertigung darin besteht, die Spielräume des "freien Marktes" herauszubeschwören, als ob dies eine echte Bedeutung hätte.
Darum gibt es hier nicht einmal eine Diskussionsgrundlage. Nur ein: Fuck you, Norway!
https://www.geo.de/natur/tierwelt/fischerei-norwegen-startet-walfangsaison---und-tierschuetzer-protestieren-30452464.html